Klimamessnetz
Ansprechpartner und Projektkoordination:
Helmut Franz
Projektdurchführung:
Stefan Donath
Nationalparkdienst
Deutscher Wetterdienst (Regionalbüro München)
Projektbeschreibung:
Ziel
Für die langfristige Umweltbeobachtung globaler Klimaveränderung und ihrer Auswirkungen auf alpine Ökosysteme sollen geeignete Klimastationen errichtet werden, die zumindest Temperatur, Niederschlag und Strahlung messen. Die Qualitätssicherung der Daten soll sichergestellt werden. Die Klimadaten sollen hinsichtlich extremer Witterungsereignisse und der klimatischen Wasserbilanz ausgewertet werden (s. Nationalparkplan, S. 167). Weiterhin werden Klimadaten für fast alle Projekte benötigt.
Stand
Der ältere Teil des Messnetzes besteht aus ca. 20 Stationen mit mechanischen Messfühlern (Thermohygrograf, Feuchte, Niederschlag sowie Windstärke und -geschwindigkeit). An fünf Standorten wird Niederschlag gemessen. Der wichtige Parameter Strahlung fehlt hier noch.. Diese Stationen stehen in den unteren und mittleren Lagen des Nationalparks. Seit Herbst 2006 werden alle Klimastationen im Rahmen des Qualitätsmanagements des DWD überprüft. Die Vergleichsmessungen werden an den geeigneten Stationen von Stefan Donath durchgeführt und vom Deutschen Wetterdienst ausgewertet.
In den Höhen ab ca. 1.900 m sind – bis auf die Station am Watzmannhaus – keine nationalparkeigenen Stationen zu finden. Gleichzeitige haben anderen Organisationen eigene Stationen aufgebaut:
- der Lawinenwarndienst automatische Stationen auf der Reiteralm, auf Kühroint/Funtenseetauern und am Jenner
- das Landesamt für Wald und Forst die Waldklimastation zwischen Mitterkaser und Falzalm
- der Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee eine automatische Station in der Schönau
- die Fa. Meteomedia auf Bartholomä und am Boden des Funtensee-Uvalas
Foto: Klimastation des Lawinenwarndienstes Funtenseetauern
Erweiterung
Neue automatische Stationen wurden in folgenden Gebieten installiert:
- Watzmannhaus (ab Oktober 2007)
- Blaueishütte (ab Juli 2008)
- Hinterberghorn (Hochkaltermassiv) (ab Juli 2008)
Weitere automatische Stationen sind geplant in
- Steinernes Meer (eventuell in Zusammenarbeit mit Österreich)
- Hocheck (Watzmann)
- Windscharte/Schlunghorn (Schneibstein)
Die bestehenden Stationen sollen schrittweise durch automatische Stationen ersetzt werden.
Alle automatischen Stationen werden folgende Parameter aufzeichnen:
- Temperatur
- Feuchte
- Windrichtung
- Windgeschwindigkeit
- Globalstrahlung
Überführung Wetterdaten in die zentrale Datenbank der NPV
Die Werte der automatischen Stationen werden per Mobilfunk an die Lawinenwarnzentrale des Bayerischen Lawinenwarndienstes geschickt, dann als ASCII-Files rausgeschrieben und automatisiert in die zentrale Datenbank der Nationalparkverwaltung eingelesen.
An einigen ausgewählten Standorten werden zudem Schneemessfelder eingerichtet. Automatische Niederschlagsmessungen wären sehr wünschenswert, können aber im alpinen Gelände ohne Stromversorgung derzeit nur sehr schwierig kontinuierlich durchgeführt werden.
Die Klimastreifen werden derzeit beim Deutschen Wetterdienst, Regionalbüro München, ausgewertet. Die aus den Streifen erstellten digitalen Werte werden der NPV zeitnah per Email übermittelt, dort in die zentrale Datenbank eingelesen und nochmals in einer Gesamtschau überprüft.
Datenbereitstellung
Die Klimadaten werden von der Nationalparkverwaltung in Absprache mit dem Deutschen Wetterdienst zu Forschungszwecken angegeben. In allen anderen Fällen müssen die Daten direkt beim DWD angefordert werden.