Einfluß des Tourismus auf die Hochgebirgslandschaft
Forschungsbericht 13
A. Manghabati, H.Zierl
1988
88 Seiten, 26 Abbildungen, 13 Karten
Inhaltsverzeichnis
Einfluß des Tourismus auf die Hochgebirgslandschaft
A. Manghabati, H.Zierl, 88 S., 26 Abb., 13 Karten, 1988
Vorwort 7
1 Fragestellung 8
2 Untersuchungsgebiet 9
3 Natürliche Grundlagen 11
3.1 Das Klima 11
3.1.1 Der Niederschlag 11
3.1.2 Die Temperatur 11
3.1.3 Sonnenscheindauer 12
3.2 Geologie 12
3.3 Böden 12
3.4 Vegetation 12
3.5 Tiere 13
4 Untersuchungsmethoden und ihre Anwendung 14
4.1 Methoden zur Beschreibung des Sommertourimus 14
4.1.1 Befragung als Erhebungsmethode 14
4.1.1.1 Ziel der Befragung 14
4.1.1.2 Voruntersuchungen 14
4.1.1.3 Aufstellung der Fragebögen 14
4.1.1.4 Auswahl der Befragungsorte 15
4.1.1.5 Durchführung der Sommer-Befragungen 15
4.1.1.5.1 Befragungszeitraum 15
4.1.1.5.2 Anlage der Sichtproben 15
4.1.1.5.2.1 Anlage der Sichtproben für die Befragten 15
4.1.1.5.2.2 Anlage der Sichtproben für die Befragungen 15
4.1.2 Zählung 17
4.1.2.1 Ziel der Zählung 17
4.1.2.2 Wahl der Zählorte 17
4.1.2.3 Einzelzählung 17
4.1.2.4 Gesamtzählung 17
4.1.2.5 Durchführung der Zählung 17
4.1.3 Persönliche Beobachtung 17
4.1.3.1 Ziel der Beobachtung 17
4.1.3.2 Durchführung der persönlichen Beobachtung 19
4.1.4 Technische Hilfsmittel 19
4.1.4.1 Lichtschranken 19
4.1.4.2 Zählschlangen 19
4.1.4.3 Video-Kamera 19
4.1.5 Kartierung 19
4.1.5.1 Abfall-Kartierung 20
4.1.5.2 Trittschadenskartierung 20
4.1.5.3 Wegschäden-Kartierung 20
4.2 Methoden zur Beschreibung des Wintertourismus 20
4.2.1 Befragung als Erhebungsmethode 20
4.2.1.1 Ziel der Befragung 20
4.2.1.2 Aufstellung der Fragebogen 20
4.2.1.3 Auswahl der Befragungsorte 21
4.2.1.4 Durchführung der Winterbefragung 21
4.2.1.5 Anlage und Umfang der Stichproben 21
4.2.2 Zählung 21
4.2.2.1 Ziel der Zählung 21
4.2.2.2 Durchführung der Zählung 21
5 Auswertung (Datenverarbeitung) der Erhebungen 22
5.1 Aufbereitung der Daten für die elektronische Datenverarbeitung 22
5.2 Auswahl der statistischen Kennwerte 22
6 Ergebnisse der Untersuchungen 23
6.1 Ergebnisse der Befragung 23
6.1.1 Ergebnisse der Sommer-Befragung 23
6.1.1.1 Struktur der Erholungssuchenden 23
6.1.1.1.1 Altersstruktur 23
6.1.1.1.2 Geschlecht 23
6.1.1.1.3 Herkunft 23
6.1.1.1.4 Begleitpersonen 24
6.1.1.1.5 Berufsgruppen 24
6.1.1.2 Wahl des Berchtesgadener Landes als Urlaubs-bzw. Ausflugsziel 24
6.1.1.2.1 Ausschlaggebende Gründe 24
6.1.1.2.2 Zweck der Reise 25
6.1.1.3 Benutzte Verkehrsmittel 25
6.1.1.4 Zum Verhalten der Erholungssuchenden 25
6.1.1.4.1 Beabsichtigte Aktivitäten 25
6.1.1.4.2 Ausflugsziele 25
6.1.1.4.3 Verweildauer in den Bergen 25
6.1.1.4.4 Verlassen der Wanderwege 26
6.1.1.4.4.1 Spannweite des Wegverlassens 26
6.1.1.4.4.2 Bevorzugte Gebiete zum Verlassen der Wanderwege 26
6.1.1.4.4.3 Zweck des Wegverlassens 26
6.1.1.4.5 Sammler 27
6.1.1.4.5.1 Prozent der Sammler 27
6.1.1.4.5.2 Art der gesammelten Gegenstände 27
6.1.1.4.6 Tierbeobachtung 27
6.1.1.4.6.1 Prozent der Tierbeobachter 27
6.1.1.4.6.2 Art der beobachteten Tiere 27
6.1.1.5 Bekanntheitsgrad des Nationalparks 28
6.1.1.6 Beurteilung der Belastungen 29
6.1.1.7 Qualität und Attraktivität der Erholungslandschaft 30
6.1.2 Ergebnisse der Winter-Befragung 32
6.1.2.1 Struktur der Erholungssuchenden 32
6.1.2.1.1 Altersstruktur 32
6.1.2.1.2 Geschlecht 32
6.1.2.1.3 Herkunft 32
6.1.2.1.4 Begleitpersonen 33
6.1.2.1.5 Berufsgruppen 33
6.1.2.2 Wahl des Berchtesgadener Landes als Winter-Frienort bzw.als Gebiet für Tagestouren 33
6.1.2.3 Verkehr 34
6.1.2.3.1 Benutzte Verkehrsmittel 34
6.1.2.3.2 Benutztes Verkehrsmittel vom Tal bis zur Jenner-Mittelstation 34
6.1.2.4 Sport und Erholung 34
6.1.2.4.1 Ausschlaggebende Faktoren für die Wahl des
Jennergebietes zum Skifahren 34
6.1.2.4.2 Beabsichtigte Tätigkeiten 34
6.1.2.4.3 Pistenskifahrer 35
6.1.2.4.3.1 Bevorzugte Skipisten im Jenner-Gebiet 35
6.1.2.4.3.2 Skifahren abseits der präparierten Skipisten 35
6.1.2.4.4 Tourenskifahrer 36
6.1.2.4.4.1 Bevorzugte Skitouren-Routen 36
6.1.2.4.4.2 Verweildauer für die Touren-Routen 36
6.1.2.4.5 Skilanglauf 36
6.1.2.4.5.1 Bevorzugte Langlauf-Loipen 36
6.1.2.4.5.2 Zurückgelegte Streckenlängen 36
6.1.2.4.6 Seihlbahn-Abonnenten 37
6.1.2.4.7 Zur Qualität des Skigebietes Jenner 37
6.1.2.5 Bekanntheitsgrad des Nationalparks Berchtesgaden 37
6.1.2.6 Zur Umweltverträglichkeit von Skianlagen 38
6.2 Ergebnisse der Zählung 38
6.2.1 Ergebnisse der Sommmer-Zählung 38
6.2.1.1 Besucheraufkommen an Eingängen (Zustrom) 41
6.2.1.1.1 Abhängigkeit vom Wetter 43
6.2.1.1.2 Frequentierung nach Wochentagen 43
6.2.1.1.3 Tagesrhythmus 43
6.2.1.1.4 Jährliches Totalaufkommen in der Sommersaison 43
6.2.1.2 Besucheraufkommen auf den Wegen (Frequentierung) 46
6.2.1.2.1 Jennergebiet 46
6.2.1.2.2 Hochkaltergebiet 46
6.2.1.3 Totalaufkommen 46
6.2.2 Ergebnisse der Winterzählung 49
6.3 Ergebnisse der Beobachtung 49
6.3.1 Ergebnisse der Besucher-Beobachtung im Sommer 49
6.3.2 Vergleich der Ergebnisse von Befragung und Beobachtung (Sommer) 51
6.3.3 Ergebnisse der Winterbeobachtung 52
6.3.4 Vergleich der Ergebnisse von Befragung und Beobachtung (Winter) 52
6.4 Ergebnisse der Abfall-Kartierung 55
6.5 Ergebnisse der Trittschadenskartierung 55
6.5.1 Vorgehen 55
6.5.2 Ergebnisse der Trittschadenskartierung 56
6.6 Ergebnisse der Wegschäden-Kartierung 56
6.7 Bewertung der Zählschlangen 62
6.8 Bewertung der Videokamera 62
7 Ausmaß, Art und Auswirkungen des Tourismus imNationalpark Berchtesgaden 63
7.1 Besucheraufkommen und Besucherverhalten 63
7.2 Art der Schädigung 63
7.3 Art der Belastungen durch den Tourismus 64
7.3.1 Art der Belastungen 64
7.3.1.1 Art der Belastungen durch den Sommer-Tourismus 64
7.3.1.2 Art der Belastungen durch den Winter-Tourismus 64
8 Diskussion der Ergebnisse 67
8.1 Methoden und Methodeneigung 67
8.2 Zusammenstellung der wichtigsten Ergebnisse 68
8.3 Vergleich mit anderen Arbeiten 71
9 Schlussfolgerung 73
9.1 Allgemeine Auswirkungen des Tourismus 73
9.2 Vereinbarkeit von Tourismus und Naturschutz im Nationalpark Berchtesgaden73
9.3 Forschung 74
9.4 Maßnahmen zur Lösung des Konflikts 75
9.4.1 Bildung und Information 75
9.4.2 Angebote statt Verbote 76
9.4.2.1 Konzentration der Besucherströme 76
9.4.2.2 Ergänzende Maßnahmen 77
10 Zusammenfassung 78
11 Literaturverzeichnis 80
12 Verzeichnis der Tabellen 82
13 Verzeichnis der Abbildungen 82
14 Verzeichnis der Karten 82
15 Anhang 83
Zusammenfassung
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Die Gefahren des Tourismus im Hochgebirge und ihre möglichen Auswirkungen auf den Alpenraum bilden den Hintergrund der hier vorgestellten Untersuchung. Sie ist eng verbunden mit dem deutschen MAB-6 Hochgebirgs-Projekt (Der Einfluß des Menschen auf die Hochgebirgsökosysteme in den Alpen). Das MAB-6 Projekt ist wiedetum ein Teo des UNESCO-Forschungsprogramms "Man and the Biosphere". Vorliegende Untersuchung soll dazu beiatragen, die Erkenntnisse über die Systemzusammenhänge zwischen Tourismus und Hochgebirgsnatur zu erweitern und das Bewusstsein für die komplexen Probleme zu schärfen, die sich aus einer ungebremsten und vielfach unkontrollierten Entwicklung des Massentourismus ergeben könnten.
Die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchungen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen.
während der Sommer-Saison 1983 besuchten rund 300 000 Personen das Jennergebiet sowie ca. 65 000 das Hochkaltergebiet.
aus dem festgestellten Besucheraufkommen errechnen sich Besucherdichten am Jenner von 100 Personen/ha und 65 Personen/ha für den Sommer.
unter Berücksichtigung des unszugänglichen Flächenanteils in den Untersuchungsgebieten Jenner und Hochkalter von jeweils einem Drittel erhöht sich die Besucherdichte auf 150 Personen/ha am Jenner und 97/ha am Hochkalter. Damit werden Besucherdichten von großstadtnahen Naherholungswäldern erreicht bzw. übertroffen.
die mittlere Verweildauer der Besucher in den Bergen im Nationalpark beträgt ca. 8 Stunden im Sommer sowie 6 Stunden im Winter. Hauptverkehrsmittel zum Erreichen des Berchtesgsdener Landes waren PKW mit 82% und Bahn mit 13%.
an der Spitze der Urlaubsmotive stehen die landschaftlichen Reize der Reiseziele , die Form und die Schönheit der Landschaft.
bei der Befragung im Sommer gaben 25% der Befragten direkt an, die Wanderwege verlassen zu haben; nach Beobachtung beträft der Anteil jedoch 60%. Dieser Unterschied erklärt sich sehr wahrscheinlich damit, dass die Befragten dfazu neigen, ihr wenig umweltbewußtes Handeln zu verbergen.
die Besucher verlassen die Wanderwege im Schnitt beidseitig bis zu 50m.
als Grund für das Verlassen der Wanderwege gaben ca. 39% Rast, ca. 39% Naturbeobachtung und ca. 17% Wegabkürzung an. Am häufigsten werden die Wege oberhalb der Waldgrenze (Mattenregion) mit 23%, im Wald mit 21% und in der Latschenregion mit 10% verlassen.
unerwartet groß ist die Zahl der Sammler (36% aller Befragten): 26% sammeln Beeren, 13% sammeln Pilze, 12% sammeln Steine und 6% pflücken Blumen. Für eine Auswirkung der Sammeltätigkeiten auf Bestand und Verbreitung gefährdeter Tierarten (Störeffekt) gibt es nur indirekte Hinweise.
parallel zur Belastung des Gebietes durch Tritschäden, Lagern und Sammeln wurde eine teilweise starke Belastung der und der wegnahen Bereiche durch Abfall festgestellt.
die Belastung von Pflanzengesellschaften durch Erholungsuchende im Natonalpark kann auf Tritt, Eutrophierung und die Entnahme von Pflanzen zurückgeführt werden.
starke Trittschäden sind im Jennergebiet unterhalb der Bergstation zu finden, bedingt durch die Mehrfachbelastung durch die hohe Frequentierung, durch die Treppen und durch die Skifahrer.
die Gesamtbelastung des Jenner-Gebietes resultiert aus der festgestellten hohen Besucherdichte von über 150 Personen/ha in der Sommersaison und den damit verbundenen Belastungen wie Wegeverlassen, Trittschäden, Tierbeunruhigung und dem Wegwerfen von Abfällen.
wie durch Befragung nachgewiesen, geht das Fehlverhalten der Besucher auf mangelndes Umweltbewußtsein und ungenügende Information über das Bestehen des Nationalparks Berchtesgaden und dessen Naturschutzziele zurück. Nur 55% der im Sommer Befragten wußten vom Bestehen des Nationalparks, obwohl 67% der Befragten in den letzten fünf Jahren bereits mehr als einmal im Berchtesgadener Land gewesen waren und 35% davon in Bayern wohnhaf sind.
vom Bestehen der Nationalpark-Informationsstelle in Königssee besasssen sogar 80% der Proanden keine Kenntnis.
im Winter fiel das Befragungsergebnis noch schlechter aus, nur 41% wußten vom Bestehen des Nationalparks, obwohl nahezu drei Viertel der Befragten schon mehrfach hier gewesen sind.
festgestellt wurde, dass die präparierten Pisten von vielen Skifahrern verlassen werden. Rund 56% davon entfernen sich mehr als 400m. Grund: schlecht präparierte Pisten, schlechte Schneeverhältnisse und zunehmendes Interesse am Tiefschneefahren.
Tourenskilauf ist nachweislich belast3nd für betroffene Gebiete. Eines der beliebtesten Skitourengebiete im Berchtesgadener Land ist das der "Kleine Reibn" dies ist auf den geringen jSchwierigkeitsgrad dieser Tour zurückzuführen (es können mit Hilfe der jennerbahn bereits 1800 Höhenmeter überwunden werden); rund 37% der Befragten, bzw. 77% der Skitourenfahrer gaben an, diese Tour zu fahren.
übermässiges Tiefschneefahren bzw. Tourenskifahren kann vor allem die Verjüngung der Wälder an der oberen Waldgrenze gefährden. Negative Einflüße können direkter (mechanische Schäden an Jungbäumen, indem mit den scharfen Skikanten die Triebe abrasiert und Stammteile verletzt werden) und indirekter (das Wild, das "um Energie zu sparen" im Winter Ruhe haben sollte, wird unnötig im Wald suchen, wo es die bekannten Schäden an den Jungbäumen anrichtet) Natur sein.
es wurden in der Diskussion die Vor-und Nachteile der angewandten Fmethoden und die daraus resultierenden Ergebnisse im Vergleich zu anderen Arbeiten diskutiert; sowie Maßnahmen zum Schutz und zur Sicherheit der natürlichen Ressourcen abgeleitet.
Zusammengefaßt ergaben sich Zielkonfkikte für die Zieletzung des Nationalparks, nämlich Naturschutz, Forschung, Bildung und Erholung.
Als mögliche Lösungen kommen in Frage:
eine breite Aufklärungstätigkeit;
Schaffung von Wildschutzgebieten;
Konzentrierung der Besucher auf ein gut ausgebautes Wegenetz.
Weitere Untersuchungen über die Auswirkung des Tourenskifahrers und der Sammeltätigkeiten auf Flora und Fauna sowie über Störungen der Tiere durch Besucher sind notwendig.