Untersuchungen zur Ethologie und Raumnutzung von Gänse- und Bartgeier
Forschungsbericht 18
U. Mäck, R. Bögel, 1989
148 Seiten, 173 Abbildungen
Inhaltsverzeichnis
Erster Teil: Untersuchungen zur Biologie und Raumnutzung des Gänsegeiers (Gyps fulvus) (U. Mäck & R. Bögel)-7
I Einführung und Methoden zu den Studien am Gänsegeier (U. Mäck & R. Bögel) 8
1 Einleitung 8
2 Material und Methoden 11
2.1 Beschreibung der Untersuchungsgebiete11
2.1.1 Der Großraum Salzburg 11
2.1.2 Die Hohen Tauern15
2.2 Beschreibung der untersuchten Gruppen16
2.2.1 Die Zoogruppe Salzburg-16
2.2.2 Die Tauern-Gruppe-16
2.3 Sichtbeobachtungen-17
2.3.1 Freilandbeobachtungen-17
2.3.2 Video-Aufzeichnungen-17
2.3.3 Volierenbeobachtungen-17
2.4 Telemetrie-Methodik-17
2.4.1 Grundlagen des Radio-Trackings-17
2.4.2 Grenzen, Problemeund Fehlerquellen der Methode-18
2.4.3 Sender und Senderanbringung-20
2.4.4 Handpeilung-21
2.4.5 Automatische Registrieranlagen-21
2.4.6 Datenauswertung-23
2.4.7 Eichung der Peilanlagen und Bestimmung der Peilgenauigkeit-25
2.5 Meterologische Daten-25
II IÖko-ethologische Untersuchungen am Gänsegeier (U. Mäck) -26
1 Ergebnisse und Erörterung-26
1.1 Altersbedingte, morphologische Unterscheidungsmöglichkeiten-26
1.2 Körperhaltung-28
1.3 Bewegungsweisen-29
1.3.1 Fortbewegung auf der Erde-29
1.3.2 Fortbewegung in der Luft-30
1.4 Komfortverhalten-32
1.5 Spielverhalten-35
1.6 Konfliktverhalten-36
1.7 Interspezifisches Aggressionsverhalten-36
1.8 Freßverhalten-37
1.8.1 Beobachtungen in Salzburg-37
1.8.2 Beobachtungen in den Hohen Tauern-38
1.8.3 Beobachtungen in Spanien-39
1.9 Sozialverhalten-39
1.9.1 Balz-39
1.9.2 Nestbau und Neststandorte-42
1.9.3 Brutbeobachtung und Jungenentwicklung-44
1.9.4 Soziale Gefiederpflege-46
1.9.5 Intraspezifisches Aggressionsverhalten-47
1.9.6 Stimmungsübertragung-52
1.10 Entwicklung der untersuchten Gruppen-52
1.10.1 Entwicklung und Sozialstruktur der Salzburger Zoogruppe-52
1.10.2 Überlegungen zu Wanderverhalten und Struktur der Tauern-Gruppe-54
1.11 Eingliederung freigelassener Tiere-56
1.11.1 Freilassungen in Salzburg-56
1.11.2 Freilassung in Rauris-64
2 Diskussion- 68
2.1 Interaktionen der ostalpinen Gänsegeier-Gruppen-68
2.2 Balzverhalten und Paarungstypus des Gänsegeiers-68
2.3 Aggressionsverhalten am Aas-68
2.4 Vergleich der Raumnutzung der am Zoo freigelassenen Jungtiere und Diskussion der Freilassungstechnik-71
2.5 Bedeutung der extensiven Weidewirtschaft für das Vorkommen von Gänsegeiern im Hochgebirge-72
III Radiotelemetrische Untersuchungen am Gänsegeier (R. Bögel)- 74
1 Ergebnisse- 74
1.1 Raumnutzung-74
1.1.1 Raumnutzung der Gruppenmitglieder-74
1.1.2 Raumnutzung nicht integrierter Geier-81
1.2 Flugstrecken und Fluggeschwindigkeiten-86
1.3 Interaktionen zwischen Individuen-86
1.4 Korrelationen zu Wetterdaten-88
1.5 Gegenüberstellung manuell und automatisch erhobener Peildaten-88
1.6 Aktivitätsverläufe-89
1.6.1 Aktivitäten im Tagesverlauf-89
1.6.2 Aktivitäten im Jahresverlauf-91
1.6.3 Aktivitäten bei Volierenvögeln-91
1.7 Peilgenauigkeit-93
1.8 Reichweite-95
1.9 Datenmengen-95
1.10 Störsicherheit de Datenerhebung-95
1.11 Unterscheidung verschiedener Aktivitätszustände-96
2 Diskussion- 98
2.1 Senderanbringung-98
2.2 Raumnutzung-99
2.2.1 Methoden zur Home-Range-Abgrenzung-99
2.2.2 Zusammenhänge zwischen Home-Range-Größe und Nahrungsversorgung-110
2.2.3 Raumnutzung der Gruppenmitglieder-101
2.2.4 Raumnutzung nicht integrierter Geier-101
2.3 Flugstrecken und Fluggeschwindigkeiten-104
2.4 Interaktionen zwischen Individuen und Gruppenbindung-105
2.5 Korrelationen der Flugaktivitäten mit Wetterdaten-105
2.6 Aktivitätsverläufe-106
2.6.1 Aktivitäten im Tagesverlauf-106
2.6.2 Aktivitäten im Jahresverlauf-108
2.6.3 Aktivitäten bei Volierenvögeln-109
2.7 Methoden- und Fehlerdiskussion-109
2.7.1 Peilgenauigkeit-109
2.7.2 Dateninterpretation und -auswertung-111
2.7.3 Vergleichende Diskussion manuell und automatisch registrierter Daten 2.7.4 Störsicherheit der Datenerhebung-113
2.7.5 Reichweite-113
2.7.6 Datenmenge-113
3 Ausblick- 114
4 Zusammenfassung- 115
5 Summary- 117
Zweiter Teil:
Öko-ethologische Untersuchungen im Rahmen der Pilotstudie zur Wiederansiedlung des Bartgeiers (Gypaetus barbatus) in den Alpen (R. Bögel & U. Mäck)- 119
1 Einleitung- 120
2 Material und Methoden- 123
2.1 Beschreibung des Freilassungsgebietes-123
2.2 Herkunft der Tiere-124
2.3 Optische Markierung und Sichtbeobachtung-125
2.4 Betreuung der Nestlinge-125
2.5 Telemetrie-125
2.5.1 Grundsätzliches zur Methode-125
2.5.2 Sender und Sendeanbringung-125
2.5.3 Automatische Telemetrie-Stationen-125
3 Ergebnisse- 126
3.1 Verlauf der Aussetzung und Verwilderungsprozeß der Vögel-126
3.2 Telemetrische Daten zur Raumnutzung-128
3.3 Interspezifische Interaktionen-129
3.4 Störsicherheit der Datenerhebung-130
4 Diskussion- 131
4.1 Betreuung der Nestlinge-131
4.2 Optische Markierung der Bartgeier-131
4.3 Entwicklung der Vögel, Raumnutzung und Nahrungspräferenzen-131
4.4 Telemetrie-132
4.4.1 Sender und Senderbefestigung-132
4.4.2 Automatische Peilanlagen-132
5 Zusammenfassung- 134
6 Summary- 134
7 Literaturverzeichnis- 135
8 Danksagung- 140
9 Anhang- 141
9.1 Individuen der Salzburger Zoogruppe-141
9.2 Gänsegeierbeobachtungen im Land Salzburg von 1969-1985-141
9.3 Trophische Voraussetzungen im Rauristal-145
9.3.1 Tierbestände und Verluste-145
9.3.2 Bestückung des Futterplatzes-146
9.4 Telemetrische Gerätschaften-146
9.4.1 Mobile Tracking-Anlage-146
9.4.2 Automatische Peilanlage-146
9.4.3 Selektionskurve der benutzten Topfkreisfilter-147
Zusammenfassung
Die Freilassung von 3 zoogeborenen , juvenilen Bartgeiern in den Hohen Tauern nach der Wildflugmethode verlief erfolgreich. Ein vierter Vogel mußte nach ca. 7 Monaten weidereingefangen werden. Die Tiere waren telemetrisch und optisch markiert.
Die Ontogenese der Bartgeier verlief in dem in der Literatur angegebenen Zeitrahmen.
Die juvenilen Bartgeier zeigten bereits kurze Zeit nach dem Ausfliegen den für die Art typischen Suchflug entlang dem Geländerelief, sowie Ansätze zum Knochenbrechen. Diese Verhaltensweise scheint demnach angeboren und es gibt Hinweise, dass zur Vervollkommnung individuelle Lernprozesse entscheidend beitragen.
Obwohl die Tiere eine feste Ortsbindung an das Freilassungstal zeigten, wurden wiederholt mehrtägige Ausflüge registriert. In einem Fall war ein Vogel 2 Monate lang nicht am Freilassungsort.
Die Raumnutzung der Bartgeier wurde sowohl mit Hand- als auch mit automatisch registrierenden Telemetriegeräten erforscht. Bedingt durch die Topografie des Untersuchungsgebietes, der relativen Lage der Peilanlagen zum Freilassungsplatz und der Flugweise der Bartgeier spiegeln die automatisch erfaßten Peildaten i.d.R. großräumige Flugaktivitäten wieder. Die Häufigkeit solcher Flugaktivitäten nahm in den ersten Monaten nach dem Ausfliegen zu; mit hereinbrechendem Winter engten die Bartgeier ihren Aktionsraum ein.
Die Bartgeier zeigten zu allen Jahreszeiten eine opportunistische Nahrungswahl.
Interspezifische Auseinandersetzungen verliefen i.d.R. ohne Aggressionen.
Folgende methodische Verbesserungsvorschläge werden für zukünftige Freilassungen vorgeschlagen:
Aufgrund des wenig scheuen Verhaltens der Tiere in späteren Freilassungsphasen sollten die Fütterungsbedingungen in der Nische derart modifiziert werden, dass ein Sichtkontakt mit dem Betreuer vermieden wird (Installation einer Futterrutsche).
Zur Verbesserung der individuellen Unterscheidbarkeit sollten Flügelmarken eingesetzt werden.
Das Geschirr zur Senderbefestigung sollte durch Einarbeiten dehnbarer Materialien modifiziert und eine Verlängerung der Senderlebensdauer angestrebt werden.
Um eine lückenlose Datenergebung zu ermöglichen, wird für das Untersuchungsgebiet ein Verbundsystem automatischer Peilanlagen vorgeschlagen.