Nationalpark
Berchtesgaden

Zur Situation des Schalenwildes im Nationalpark Berchtesgaden

Forschungsbericht 28

A. David, B. Müller, V. Richert, W. Berberich, W. d`Oleire-Oltmanns

1994

110 Seiten, 58 Abbildungen

Zur Zusammenfassung

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort 6

2 Untersuchungsgebiete 7

3 Methoden 10

3.1 Fang, Markierung und Radiotelemetrie 10
3.2- Sichtbeobachtung 11
3.2.1 Geschlechts- und Altersbestimmung des Steinwildes 11
3.2.2 Individuelles Erkennen von Steinböcken 12
3.3 Das Geographische Informationssystem als analytisches
Instrument in der wildbiologischen Forschung 12
3.3.1 Geographische Informationssysteme (GIS)-12
3.3.1.1 Edv-technische Aufbereitung des Datenmaterials 13
3.3.2 Modelle zur Homerangeberechnung 14
3.3.2.1 Bisherige Homerangemodelle 14
3.3.2.2 Ein nutzungs- und ressourcenorientiertes Modell zur Homerange- und Habitatanalyse 14

4 Schlußbetrachtung 19

5 Literaturverzeichnis 21

TEIL 1

Raumnutzung des Rotwildes (Cervus elaphus) im Nationalpark Berchtesgaden
von Walter Berberich & Valeska Riechert 27

1 Einleitung und Aufgabenstellung 27

2 Zur geschichtlichen Entwicklung des Rotwildbestandes 28

3-Material -29

4-Ergebnisse -33

4.1-Jahrszeitliches Verteilungsmuster in den Höhenstufen des Untersuchungsgebietes-33
4.2-Standortstreue-38
4.3-Größe der Sommer- und Herbsthomeranges-38
4.4-Dynamik der Raumnutzung-40
4.5-Habitatnutzung und Habitatpräferenz-40
4.5.1-Nutzung der unterschiedlichen Landschaftstypen-43
4.5.2-Nutzung der Waldgesellschaften nach Baumarten-Mischungsformen-44
4.5.3-Nutzung der Waldgesellschaften nach Waldentwicklungsphasen-44
4.5.4-Nutzung der Waldgesellschaften nach der Naturnähe des Waldaufbaus-45
4.5.5-Raumnutzung unter dem Aspekt der Verbißschäden-46
4.6-Umsetzung der Ergebnisse in Rotwildverbreitungskarten für das Biosphärenreservat Berchtesgaden-46
4.6.1-Rechenvorschrift und Verbreitungskarten-46
4.6.2-Flächenstatistische Auswertung-49
4.7-Rotwilddichte im Nationalpark Berchtesgaden-49

5-Diskussion- 50

6-Zusammenfassung- 55

7-Danksagung- 56

TEIL 2
Habitatnutzung des Rehwildes (Capreolus capreolus) im Biosphärenreservat Berchtesgaden von Britta Müller

1-Einleitung- 57

2-Ergebnisse - 59

2.1-Lage der Streifgebiete-59
2.2-Größe der Streifgebiete-59
2.3-Habitatnutzung und Habitatpräferenz-59
2.4-Potentielle Verbreitung des Rehwildes im Biosphärenreservat Berchtesgaden61
2.5-Zur Verbißsituation in einem Rehlebensraum-61
2.6-Nutzungsdynamische Muster innerhalb der Homeranges-65
2.7-Analyse intraspezifischer Homerangeüberlappung-66

3-Diskussion- 70

3.1-Zur Habitatnutzung des Rehes-70
3.2-Kritik zu dem nutzungs- und ressourcenorientierten Modell zur Homerange- und Habitatanalyse von Wildtieren in der Landschaft-72

4-Zusammenfassung- 73

5-Danksagung- 74

TEIL 3
Zur Ökologie und Einbürgerung des Alpensteinbocks (Capra ibex ibex) in den Berchtesgadener Alpen von Andreas David-75

1-Einleitung - 75

2-Material- 77

2.1-Herkunft der bearbeiteten Tiere-77
2.2-Zur Bestandsentwicklung, Populations- und Altersstruktur-77
2.3-Klima-77
2.4-Konkurrenz zu anderen Schalenwildarten-77
2.5-Erstellen potentieller Verbreitungskarten für das Steinwild-77

3-Ergebnisse- 78

3.1-Entwicklung und aktueller Stand der Population im Hagengebirge-78
3.1.1-Bestandsentwicklung-78
3.1.2-Populationsstruktur-78
3.1.2.1-Geschlechterverhältnis und Altersstruktur-78
3.1.2.2-Zuwachs,-Mortalitäts- und Wachstumsrate-79
3.1.2.3-Mortalität durch die Sarcoptesräude-80
3.2-Klima-82
3.3-Raumnutzung-82
3.3.1-Einstände und Einstandswechsel-82
3.3.2-Landschaftstyp-86
3.3.3-Meereshöhe-86
3.3.4-Hangexposition-87
3.3.5-Hangneigungsstufen-87
3.3.6-Pflanzengesellschaften-87
3.4-Potentielle Verbreitung des Alpensteinbocks in den Berchtesgadener Alpen-90
3.5-Konkurrenz zu anderen Schalenwildarten-92
3.6-Gruppenstrukturen und Verhalten in der Gruppe -93
3.6.1-Geißen mit Kitzen-93
3.6.2-Nicht führende Geißen-97
3.6.3-Böcke und Geißen-98
3.6.4-Böcke-98
3.7-Fluchtdistanzen-99
3.8-Verhalten bei Störung-100
3.8.1-Hubschrauber-100
3.8.2-Hunde-100

4-Diskussion- 101

5-Zusammenfassung- 109

6-Danksagung- 110

Zusammenfassung

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In den Jahren 1987 bis 1989 wurde im Nationalpark Berchtesgaden das Raumnutzungsverhalten des Rotwildes annähernd flächendeckend in fünf Untersuchungsgebietenmit radiotelemetrischen Methoden untersucht. Für 20 männliche und 16 weibliche Stück Rotwild wurden insgesamt 4329 Standortsbestimmungen durchgeführt und mit landschaftlich-charakterisierenden Datenstrukturen eines Geographischen Informationssystems (GIS) verknüpft.
Auf dieser Datenbasis wurde das jahreszeitliche Verteilungsmuster des Rotwildes in unterschiedlichen Höhenstufen ermittelt. Dabei zeigten sich besonders gebietstypische, von der Topographie des Geländes abhängige Unterschiede.
Für die raumbezogene Auswertung wurde mit Hilfe des GIS ein Nutzungs- und ressourcenorientiertes Homerangeskonzept entwickelt, das eine flächenorientierte und die Nutzungsdynamik des Rotwildes berücksichtigende Habitatanalyse erlaubt.
Die Größe de für 30 Stück Rotwild ermittelten Sommer- und Herbsthomeranges beträgt im Durchschnitt ca. 190ha und ist unabhängig vom Alter oder dem Geschlecht der Tiere. Sowohl männliche als auch weibliche Tiere zeigen gegenüber ihren Sommerhomeranges eine große Standortsfreude.
Entsprechend der hohen Anpassungsfähigkeit des Rotwildes läßt sich für den gesamten Nationalpark keine generelle Bevorzugung bestimmter Landschaftstypen feststellen. Die für die Einzelgebiete typischen Lebensraumansprüche werden dargestellt. Die Auswertung der Habitatnutzung nach Waldgesellschaften zeigt, dass überwiegend laubholzreiche Wälder bevorzugt und besonders Altbestände im gesamten Gebiet als Einstände genutzt werden.
Auf der Basis der beobachteten Nutzungshäufigkeiten der verschiedenen Landschaftstypen wurden für den Nationalpark und das nördlich angrenzende Vorfeld nutzungsbezogene Verbreitungskarten erstellt, deren flächenstatistische Auswertung für eine Bestimmung der Rotwilddichte herangezogen wurde.
Bestansregulierende Maßnahmen, die das spezifische Raum-Zeit-System des Rotwildes und die aktuelle Waldschadensverteilung im Nationalpark Berchtesgaden berücksichtigen, werden diskutiert.