Haus der Berge
Das „Haus der Berge“ – ein Marathonprojekt kommt in die Zielgerade
Berchtesgaden hat international einen beneidenswert guten Ruf: Eine großartige Landschaft, Königssee und Watzmann, eine reiche Kulturgeschichte sowie Deutschlands einzigen alpinen Nationalpark. Nun kommt als neue Attraktion das international beispielhafte „Haus der Berge“ hinzu – ein Zentrum für Naturerlebnis, ökologische Information und Umweltbildung.
Wozu überhaupt ein neues Bildungszentrum?
Der Grund liegt denkbar nahe: Der Nationalpark Berchtesgaden hat gemäß internationaler Richtlinien und nationaler gesetzlicher Vorgaben einen besonderen Bildungsauftrag. Das bestehende Nationalpark-Haus in Berchtesgaden am Franziskanerplatz entspricht wegen der räumlichen, baulichen und denkmalschützerischen Zwänge diesen Anforderungen nicht mehr. So genannte „Umweltbildungswerkstätten“ für die Vermittlung und Förderung des nachhaltigen Umgangs mit der Natur sowie ein Außengelände, die der Wissbegierde und den gewachsenen Ansprüchen von Schulklassen oder Kinder- und Jugendgruppen entsprechen, fehlen vollständig. Grund genug also, moderne Maßstäbe zu setzen und Berchtesgaden um ein attraktives Ausflugsziel für Einheimische und Gäste zu bereichern.
Das „Haus der Berge“ wird deutlich mehr sein als „nur“ ein Informationsgebäude – die Rede ist vielmehr von einem Projekt mit Vorbildfunktion im Alpenbogen. Der Nationalpark Berchtesgaden verdankt dieses Projekt seinen umfangreichen Leistungen für den Schutz und Erhalt alpiner Ökosysteme sowie einer vorbildlichen Umweltbildung. Deshalb entschied der Bayerische Ministerrat zum 25. Geburtstag des Nationalparks im April 2003, dass die Zeit überreif sei, in Berchtesgaden ein modernes und attraktives Zentrum für Information und Umweltbildung zu schaffen. Dieses neue „Nationalpark-Haus“ soll ein Anziehungspunkt in der Region, eine zukunftsgerichtete Infrastruktureinrichtung und insbesondere ein „Grünes Klassenzimmer“ werden, das klassisches und emotionales Lernen zu einem großartigen Erlebnis verknüpft. Und damit nicht genug: Die verwendeten Baumaterialien und die Energieversorgung werden das „Haus der Berge“ zu einem Vorzeigeprojekt für zukünftiges Bauen im alpinen Raum machen.
Zu den Vorgaben und Finanzen:
Nach Vorlage eines ersten Bebauungsplanes im Frühjahr 2007 gab das Bayerische Umweltministerium eine „Machbarkeitsstudie“ für die Gestaltung des Ausstellungsbereichs in Auftrag. Die Studie wurde von der Firma "Intertainment Kulturmanagement GmbH" entwickelt und war Grundlage der Ausschreibung zur Ausstellungsgestaltung im Herbst 2007. Leitmotiv ist die Darstellung unterschiedlicher Lebensräume: vom Grund des Königssees über Wald, Almen und alpine Matten bis hin zu Fels und Luft (= „längste Vertikale“). Der Ministerrat sowie der Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des Bayerischen Landtags zeigten sich von diesem Konzept überzeugt und beschlossen daraufhin, das Gesamtbudget von ursprünglich 11 Mio. auf stattliche 19 Mio. Euro deutlich anzuheben. Der Ausstellungsbereich wurde im Zuge der notwendigen Anpassung der Gebäudegröße von 500 m² auf 890 m² erweitert.
Auch touristisch macht die Region Berchtesgadener Land mit diesem neuen Informationszentrum einen großen Schritt nach vorn. Der Landkreis zählt seit geraumer Zeit in Oberbayern zu den Gebieten mit den größten Strukturproblemen. Da kommt ein international beispielhaftes Großprojekt wie das „Haus der Berge“ gerade recht: Keinesfalls nur als Ergänzung des „Schlechtwetterangebotes“ in der Region, sondern vielmehr als Ganzjahres-Attraktion für Besucher aus dem In- und Ausland. Einen Namen machen wird sich das „Haus der Berge“ außerdem als Zentrum für nationale und internationale Seminare und Kongresse, in dem auch lokale und regionale Veranstaltungen eine geeignete Bühne finden. Darüber hinaus schafft der Nationalpark Berchtesgaden mit seinem „Haus der Berge“ sowohl ein Alleinstellungsmerkmal für die Region als auch neue Arbeitsplätze und leistet somit einen wichtigen Beitrag für die regionale Wertschöpfung.
Informationen über den Verlauf im Jahr 2009
Pressemitteilungen und die Entwicklung des Projekts im Jahr 2009